Software-Entwickler

Software-Entwickler

Computer zu programmieren und Ideen in Software umzusetzen, das hat mich schon früh begeistert. Im Alter von 13 Jahren habe ich das erste Mal programmiert - einen Commodere CBM 8032. Ich weiß noch genau, wie es damals war: Diese Verzückung, als auf dem Bildschirm das Ergebnis erschien, das ich mir vorgestellt hatte. Von da an hat mich das Thema nie wieder losgelassen.

Gemeinsam mit einem Partner entwickelte ich als 17-jähriger das erste deutsche Tabellenkalkulationsprogramm, den "Kalkumat 64". Später habe ich zahllose kleine und große Anwendungen für Kunden aus der Industrie und dem Verlagswesen geschrieben. Und immer wieder Tools für mich selbst, für meine Arbeit und für ehrenamtliche Projekte.

Ich habe in Assembler, Visual Basic, Pascal, C/C++, Java, PHP, Javascript und innerhalb von MS-Office programmiert. Ich habe als Tester, Berater und als Projektverantwortlicher gearbeitet. Von diesem umfassenden Know-How profitieren meine Auftraggeber noch heute.

Darauf kommt es in der Praxis an:

  • Entscheidend am Anfang: Belastbare Konzepte und Pflichtenhefte
  • Sorgfältige Auswahl von Programmiersprache, Plattform und Bibliotheken
  • Niemals den Aufwand unterschätzen
  • In überschauberen Iterationsschritten arbeiten
  • Die Teams nicht zu groß werden lassen
  • Einfache und robuste Lösungen den filigranen vorziehen
  • Standards für die Bennung von Variablen, Methoden etc. einhalten
  • Auf Wiederverwendbarkeit abzielen, aber nicht zu generisch werden
  • Funktionsfähigen Progammcode zeitnah dokumentieren
  • Das Austesten nach Möglichkeit an Dritte delegieren
  • Den größten Zeitdruck besser beim Projektmanager lassen
  • Offen bleiben für neue Sprachen und Konzepte, aber
  • Nicht jedem Hype hinterher rennen

Kalkumat 64 / PowerPlan 64

Mit dem "Kalkumat 64" begann meine Karriere. Als siebzehnjähriger Gymnasiast erhielt ich 1984 das Angebot, ein Tabellenkalkulationsprogramm für den Commodore  64 zu entwickeln.

Ich suchte mir an einer Schule den ein Jahr älteren Axel Sellemerten als Partner. Und so standen wir eines Tages bei Data Becker, um den ersten Geschäftsvertrag in unserem Leben zu unterschreiben. Allerdings nicht wir selbst, sondern unsere Eltern. Denn waren wir zu diesem Zeitpunkt im juristischen Sinne noch gar nicht geschäftsfähig. Aber Hacken durften wir natürlich schon 🙂

Der im Verlauf eines Jahres entstandene Kalkumat 64 entwickelte sich auf dem deutschen Markt zu einem großen Erfolg. Auch in den USA wurde die Software als "PowerPlan 64" vermarktet. Es war unser Eintritt in die große weite Welt des Software-Business.

Kalkumat PC

1987, als der Siegeszug des "IBM Personal Computers" in Deutschland richtig Fahrt aufnahm, waren wir begierig darauf, den Erfolg von "Kalkumat 64" mit dem "Kalkumat PC" zu wiederholen.

Die Messlatte hing damals hoch. Excel gab es noch gar nicht, aber Konkurrenzprodukte wie VisiCalc, Lotus 1-2-3 und Multiplan wurden bereits von großen Teams entwickelt. Wir hingegen waren zu zweit. Doch wenn man jung ist, weiss man ja bekanntlich noch nicht, wo hoch die Berge sein können.

Dennoch schafften wir es unter großen Anstrengungen, den "Kalkumat PC" Anfang 1988 auf den Markt zu bringen, komplett entwickelt in Assembler. Unsere Schulpräsenz hatte in Folge dieses Projekts jedoch deutlich gelitten ...

Ich glaub, ich hab MUMPS

Hallo, kennt hier noch jemand MUMPS, das famose "Massachusetts General Hospital Utility Multi-Programming System"? Im Jahre 1986 wurde ich als EDV-Zivi in einem größeren Kreiskrankenhaus angestellt.

Gleich in der ersten Woche konfrontierte man mich mit dem "EDV-Problem" des Hauses: Es hieß MUMPS und lief auf einer DEC PDP-11, einem schrankhohen Ungetüm aus den 1970er Jahren. 

Von Seiten meines Dienstherren hieß es: Der ehemalige Programmierer - ein Mönch - sei weg und habe quasi nur das Listing der für das Haus adaptierten Software dagelassen. Und nun benötige man doch einige "kleine" Anpassungen ...

Beispielprogramme in meinen Büchern

Assembler, Basic, Pascal, C und Java - meine Bücher zu Themen aus dem Bereich der Software-Entwicklung sind randvoll mit Beispielprogrammen und Modulen. Die meisten davon können Programierer sofort für ihre eigenen Projekte einsetzen.

Allein mein Buch "PC Intern Systemprogrammierung" beinhaltet mehr als 120 Beispielprogramme in den verschiedenen Programmiersprachen zu allen Aspekten der Hardware-Steuerung.

Mir kommt es bei der Entwicklung dieser Beipiele immer darauf an, dass der Code leicht verständlich, gut dokumentiert und sofort einsetzbar ist. Bewußt vesuche ich, übermäßig komplexe Konstrukte zu meiden, die möglicherweise nicht allen Lesern unmittelbar zugänglich sind.

Ein IT-Beratungssystem für alles

Meine erste Erfahrungen in der Beratungsbranche habe ich Anfang der 1990er Jahre bei einem sehr großen bundesdeutschen Beratungsunternehmen gesammelt.  Bei dem zweijährigen Projekt ging es um die Entwicklung eines universellen IT-Beratungssystem für Unternehmen fast jeder Größe und Branche.

Nach Eingabe entsprechender Kennziffern über die Anforderungen und Abläufe innerhalb des Unternehmens, sollte das System eine Empfehlung für die Moderinisierung der IT-Infrastruktur aussprechen. Sozusagen eine halbautomatisierte Beratung.

Damit wollte der Anbieter die Beratung optimieren, die Kosten senken und gleichzeitig seinen Durchsatz an Kunden steigern. Denn die Nachfrage für entsprechende Dienstleistungen war nach der Wiedervereinigung enorm hoch.

Terminal-Cheating mit Robo-Tipp

Wenn man 55.000 anonymisierte Patientendaten mit einem Terminalsystem erfassen will, das sich nach jeder Eingabe erst einmal 30 Sekunden Pause gönnt, dann ist das wirklich zum Verrücktwerden.

Mein ehemaliger Dienstherr im Zivildienst hatte von daher Anfang der 1990er Jahre ein echtes Problem, bei dem ich mit einer "hackerartigen"-Lösung zur Fernsteuerung der lahmen Terminal-Software helfen konnte: Eine Art "Robo-Tipp".

Es ging um die Einhaltung eines gesetzlich festgelegten Stichtages, den kaum jemand in dem betreffenden Haus mehr für möglich gehalten hatte: Zu zeitaufwändig die Eingabe, zu gering die Anzahl der Terminals und des dafür verfügbaren Personals. Doch mit Hilfe von Robo-Tipp schafften wir es.

 

White-Hacking für Schweizer Großbank

In der IT-Szene bekannt geworden durch die Erfolge meiner Bücher, erhielt ich im Laufe der Zeit immer wieder verlockende Projekt-Angebote. Eines führte mich 1994 in das hochgesicherte Rechenzentrum einer Schweizer Großbank im Herzen von Zürich.

Die Bank benötigte dringend einen Hack, um Daten von einem IT-System in ein anderes zu transportieren. Das Geldhaus war zwar Besitzer dieser beiden Systeme aus Hardware und Software, die unterschiedlichen Lieferanten wollten jedoch partout nicht zusammenarbeiten.

Da konnte ich mit einer hackerartigen Software-Lösung Abhilfe schaffen. Es gelang mir, den Output des einen Sytems in den Input des anderen zu verwandeln, ohne die beiden Systeme anzutasten. Für diese war der Übergang völlig transparent. 

Die überaus praktischen SAA-Power-Tools

Eine von mehreren Software-Bibliotheken aus meiner kleinen Programmierstube sind die SAA-Power-Tools. Die Basis dafür hatte ich Anfang der 1990er Jahre im Rahmen einer Artikelserie für das offizielle "Microsoft System Journal" entwickelt.

Die in C und Assembler verfasste Bibliothek ermöglichte es Entwicklern, mit wenig Aufwand eine Fenster- und Mausorientierte Benutzeroberfläche in ihre DOS-Anwendungen zu integrieren.

Die Bibliothek war ein voller Erfolg und wurde von zahlreichen großen und kleinen Software-Unternehmen genutzt. Im Laufe der Zeit sind mir immer mehr Anwendungen begegnet, die unter Zuhilfenahme dieser Bibliothek entwickelt wurden.

CMS für Multimedia-Produktionen

Im Jahre 1995/1996 haben wir für den Redmond-Verlag in München ein Multi-autorenfähiges Content Managment- und Multimedia-Publishing-System für Windows aufgebaut.

Mit der in VisualBasic und in C entwickelten Software konnten Multimedia-Titel mit Texten, Bildern, Audio und Video für die Distribution auf CD-ROM produziert werden. Das war in der Zeit vor HTML und PDF der ganz große Trend.

Viele Verlage suchten nach entsprechender Software, Standard-Lösungen gab es jedoch nicht. Bei unserem Auftraggeber sind im Laufe der Zeit zahlreiche Multimedia-Produktionen mit Hilfe dieser maßgeschneiderten Software entstanden.

ERP-System für Kraftwerksbauer

Von 2001 bis 2009 haben wir für einen großen Kraftwerksbauer eine ERP-Software in Java realisiert und anschließend weiter betreut. Mit Hilfe dieser Software wurde die Logistik und das Controlling mehrerer Großprojekte auf internationaler Ebene abgewickelt.

Die Ertragslage bei diesen Projekten konnte damit spürbar verbessert werden. Schließlich geht es bei Kraftwerksbauten schnell um Projektvolumina von mehreren hundert Millionen Dollar. Bereits kleine Verbesserungen bei Planung und Logistik können dadurch gewaltige Auswirkungen zeitigen.

In Polen, Brasilien und Russland stehen nun Kraftwerke, an denen wir mitgewirkt haben - ein ganz ganz klein wenig zumindest.